Pferdezucht von Axen

„Roses Trémières (Stockrosen)“ von Berthe Morisot
„Im Bois de Boulogne“ von Berthe Morisot
„Junge Frau in Mauve“ von Berthe Morisot

Gelebte Geschichte, neu gedachte Zukunft

Manche Geschichten beginnen nicht mit einer Idee, sondern mit Verantwortung – Verantwortung für ein Tier, für eine Landschaft, für eine Haltung, die über Generationen weitergegeben wird.
Die Pferdezucht von Axen wurzelt tief in dieser Verantwortung und blickt auf eine Geschichte zurück, die am 5. April 1467 ihren dokumentierten Anfang nahm, als der erste Erbpachtvertrag geschlossen wurde und unsere Familie sich dauerhaft in Dithmarschen niederließ, um Pferde nicht nur zu halten, sondern sie mit Wissen, Geduld und Respekt zu züchten – mit dem Anspruch, Kraft, Natürlichkeit und Reitbarkeit in Einklang zu bringen.

Das Zentrum dieses frühen Wirkens war das Haupthaus der Familie, die Poggenburg, ein prägendes Gebäude und über Jahrhunderte hinweg Herzstück des Hofes, Ort von Entscheidungen, Aufzucht und Gemeinschaft. Auch als dieses Haus im Jahr 1854 einem Brand zum Opfer fiel, blieb das, was es getragen hatte, erhalten: die Haltung zur Zucht, das Wissen um Pferde und das Ziel, Pferde hervorzubringen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch gesund und verlässlich im täglichen Umgang sind.

Im Jahr 1500 lieferte unsere Familie Pferde an die Dithmarscher Bauern im Krieg gegen Dänemark – robuste, ausdauernde Tiere, die trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit Teil eines historischen Sieges wurden. Diese besondere Verbindung zwischen Mensch, Pferd und Mut führte dazu, dass unsere Familie im Jahr 1508 in den Rang eines Freiherrn erhoben wurde und fortan unter dem Namen von Axen Pferde züchten durfte. Seitdem ist Pferdezucht für uns kein Gewerbe, sondern ein Versprechen: Pferde zu züchten, die tragen können – körperlich wie mental.

Über Jahrhunderte hinweg begleiteten unsere Pferde Menschen als Kutsch- und Kriegspferde, später als verlässliche Partner in der Landwirtschaft, bis wir ab den 1960er Jahren begannen, uns auf die Zucht von Springpferden sowie Friesen für die Kutschfahrt zu konzentrieren. Unter den Händen der Familie Schröder feierten unsere Springpferde internationale Erfolge, getragen von Leistungsbereitschaft, klaren Grundgangarten und einer natürlichen Rittigkeit, die aus innerer Balance entstand.

Doch mit dem Wandel der Zeit wuchs auch unsere Verantwortung neu.

Der Mut, einen Schritt zurückzugehen

Die moderne Pferdezucht wurde zunehmend anspruchsvoller. Neue Krankheiten traten auf, Zuchtziele verschoben sich, und immer häufiger entstanden hochsensible, hypermobile Pferde, deren Bewegungen zwar spektakulär wirkten, deren Gangstärke jedoch häufig auf Kosten der langfristigen Gesundheit und Reitbarkeit ging. Pferde, die beeindrucken sollten, aber nicht mehr selbstverständlich tragen konnten.

Wir haben diesen Weg bewusst hinterfragt.

Eine Zeitlang versuchten wir, über das Sattelpatent „Einklang“ mit orthopädisch durchdachten Sätteln Symptome zu lindern – doch schließlich reifte die Erkenntnis, dass wahre Verantwortung nicht an der Oberfläche ansetzt.
Die heutige Eigentümerin Monja Bußmann entschied sich, das Übel an der Wurzel zu packen – mit Mut, Geduld und einem tiefen Verständnis für Zuchtethik, Biomechanik und die feine Balance zwischen Ausdruck, Gangqualität und Belastbarkeit.

Ein Neuanfang aus alten Blutlinien

Der Neustart begann leise, aber konsequent.
Ausgewählte Stuten aus der Deutschen Reitpony-Zucht, bewusst gewählt aus alten, bewährten Blutlinien, wurden neu verpaart – mit dem klaren Ziel, Hypermobilität zu vermeiden und Pferde zu züchten, die über tragfähige, taktreine und ausdrucksstarke Grundgangarten verfügen, ohne dabei ihre körperliche Stabilität und Reitbarkeit zu verlieren.

Über Jahre hinweg wurde der Genpool behutsam zurückgeführt, geprüft und neu aufgebaut. Es war ein Weg, der Zeit brauchte – und genau diese Zeit haben wir uns genommen.

Das Ergebnis sind wunderschöne, robuste Deutsche Reitponys im Endmaß, die durch ehrliche Gangstärke, natürliche Selbsthaltung und ein solides Fundament überzeugen. Pferde, die sich gut bewegen, weil sie gesund gebaut sind. Pferde, die sich leicht reiten lassen, weil sie verstanden werden wollen. Pferde, die nicht überfordern, sondern mit ihrem Menschen wachsen.

Aufwachsen mit Raum, Ruhe und Beziehung

Unsere Fohlen wachsen dort auf, wo Pferde Pferde sein dürfen.
In Offenställen, mit viel frischer Luft, Bewegung und sozialem Kontakt, oder auf den weitläufigen grünen Wiesen Schleswig-Holsteins, die den Tieren Kraft, Gelassenheit und Trittsicherheit schenken. Diese Form der Aufzucht ist die Grundlage für gesunde Gelenke, starke Sehnen und eine natürliche Entwicklung der Gangmechanik.

Gleichzeitig wachsen unsere Pferde in Familienhand auf – mit täglichem, ruhigem Kontakt zum Menschen. Sie lernen Vertrauen, Neugier und Respekt, ohne Druck und ohne Eile. Wenn sie später in Rheinhessen stehen, kennen sie bereits viele stadnahe Situationen, sodass sie nicht nur körperlich, sondern auch mental gut vorbereitet sind auf ein Leben als verlässliche Reitpferde an der Seite ihres Menschen.


Seitliches Profil einer Frau mit rostrotem Rollkragenpullover und weißer Tasche. Sie blickt mit geschlossenen Augen auf.

„Artgerechte Haltung ist für mich kein Schlagwort, sondern eine Haltung. Unsere Fohlen wachsen mit natürlichem Absetzen, viel Platz, viel Bewegung und klarer, gewaltfreier Erziehung im Horsemanship auf – so entsteht Charakter, der trägt.“

Monja Bußmann

„Sandkuchen“ von Berthe Morisot

Unsere Fohlen sind keine Produkte.
Sie sind der Anfang einer gemeinsamen Geschichte.

Wir wünschen uns Käuferinnen und Käufer, die nicht nur ein schönes Pferd mit guten Gängen suchen, sondern ein gesundes, reitbares und langlebiges Pferd, das Freude macht – im Sport ebenso wie im Alltag. Pferde, die getragen werden können, ohne sich zu verlieren, und die ihre Gangstärke aus Balance, nicht aus Spannung entwickeln.